Archive for Juli, 2009

Wir sind Bell!

// Juli 28th, 2009 // Kommentare deaktiviert // Allgemein

Gestern hatten wir mal wieder Prominenz auf unserer Sitzung: Unser zukünftiger SPD-Oberbürgermeister Dietmar Bell besuchte uns, um mit uns gemeinsam über seine Ziele, seine Politik und unseren gemeinsamen Wahlkampf zu sprechen.

Wir durften auch einige weitere Gäste besuchen, die sich für Dietmar und einen Politikwechsel in unserer Stadt interessierten.

Wir konnten Dietmar mit all unseren Fragen löchern und er gab klare und gute Antworten! Die SPD hat unter Dietmar das klare Konzept, die Verbindungen auf Landesebene, die wir brauchen, und den Mut die Dinge beim Namen zu nennen und anzupacken.

Peter Jung konnte sich in der Vergangenheit nicht durch Politik, die seine Handschrift trägt, profilieren und wird dies auch zukünftig nicht können. Wir können uns in unserer Lage nicht weiterhin einen schwachen Oberbürgermeister, der mehr repräsentiert als regiert, leisten.

Dietmar Bell hat unser Vertrauen und wir werden alles daran setzen, dass das Büro des Oberbürgermeisters wieder rot gestrichen wird.

Meldet euch unter www.wirsindbell.de an, damit ihr auch mit uns für Dietmar kämpfen könnt!

Der Sozialismus am Balaton

// Juli 22nd, 2009 // 1 Comment » // Allgemein

Eine Woche lang Politik, Spaß, Party und Entspannung: So könnte man das IUSY Festival 2009 in Ungarn zusammenfassen.

Zu IUSY (international union of socialist youth) gehören neben zahlreichen Jugendorganisationen der sozialistischen, bzw. sozialdemokratischen Parteien natürlich auch die Jusos aus Deutschland. Wir haben uns also mit mehr als 200 Jusos, davon ca.70 aus NRW, auf den weiten Weg mit dem Bus zum Balaton gemacht, um für unsere politischen Ziele zu kämpfen. Die Wuppertaler Jusos haben zusammen ein 5-Mann-Zelt belegt.

Wir haben uns an zahlreichen Workshops, wie beispielsweise zum Zypern-Konflikt oder zur politischen Situation zwischen Israel und den Palästinensern, beteiligt und gemeinsam mit insgesamt mehr als 3000 Genossinnen und Genossen aus der ganzen Welt diskutiert.

Der Spaß kam natürlich nicht zu kurz. Es gab jeden Abend mehrere Bühnen, bzw. Biergärten oder Partyzelte. Für jeden war etwas dabei. Tagsüber gab es neben den Workshops Sportturniere und natürlich den Balaton, der eine angenehme Abkühlung zu den heißen Tagen bei 36° Celsius darstellte.

Einen Tag schlechtes Wetter gab es auch. Wir mussten sogar unsere Zelte wegen einem Sturm evakuieren. Diesen konnten wir allerdings mit Kicker und Tischtennis in einem Steinhaus verbringen. Den zweiten Teil der Woche durften wir dann auch in Steinhäusern verbringen, da viele Zelte dem Wetter nicht standhalten konnten.

In diesem Zusammenhang muss man unserem Landesbüro und den ungarischen Genossinnen und Genossen ein großes Lob aussprechen. Trotz der Logistischen Probleme, wurde immer eine akzeptable Lösung für unsere Probleme und Belange gefunden und wir waren noch am gleichen Tag wieder gut untergebracht.

Ich freue mich schon auf IUSY 2012!

Bildungsstreik war ein Erfolg! Aber die Reform muss von unten kommen!

// Juli 15th, 2009 // Kommentare deaktiviert // Allgemein

Der Bildungsstreik war ein voller Erfolg. Auch Bundesministerin Schavan sieht jetzt Nachholbedarf bei Bachelor und Master. Das ist ein echter Fortschritt, auch wenn das alleine nichts ändert.

In der Woche vom 15. 19 Juni 2009 wurde in ganz Deutschland gestreikt. Nicht in Unternehmen, wie üblich, sondern in Schulen und Universitäten – ein Bildungsstreik also. Forderungen gab es reichlich, unter anderem gebührenfreie Bildung, mehr soziale Gerechtigkeit, bessere Studienbedingungen und Nachbesserungen bei Bachelor und Master.

Als Reaktion auf den Bildungsstreik hat die für Forschung zuständige Bundesministerin Annette Schavan (CDU) jetzt Rektoren und Studierende zum Gespräch geladen. Das Gespräch war umstritten, wurde sogar Farce genannt. Tatsächlich hat die Ministerin keine wirklichen Befugnisse, zuständig sind die Länder. Wenn überhaupt, schließlich geben diese den Hochschulen viele Freiheiten.

Die grundsätzliche Idee von Bachelor und Master finde ich gut. Studiengänge sollen vergleichbarer und Auslandsaufenthalte erleichtert werden. Ehrlich betrachtet jedoch ergibt sich ein ziemliches Chaos und teilweise erschreckende Zustände an den Universitäten. Alte Diplom-Studiengänge wurden nur unbenannt, die Studiengänge also kaum entladen. Den Studierenden fehlt Zeit, um sich zu bilden und Dinge tatsächlich zu studieren, und sich nicht von einer Klausur zur nächsten zu hangeln. Das Lesen einer Tageszeitung oder von Büchern sollte ebenso wie mehr Engagement (nicht nur in politischen Gruppen) zum Alltag von Studierenden gehören. Realistisch gesehen geht das nicht, erst recht nicht wenn nebenbei gearbeitet werden muss, um Studiengebühren zu finanzieren.

Aber wie soll das geändert werden?

Ich nehme mein Bundesland als Beispiel. NRW hat 64 Hochschulen und allein die Uni Wuppertal hat über 45 Studiengänge in Geistes- und Kulturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaft, Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Kunst, Design und Bildungswissenschaften. Das sind auch mehr als 45 Prüfungsordnungen. Gute und schlechte. Ebenso gibt es gute Studienbedingungen und schlechte Studienbedingungen.

Wie also soll da etwas von oben korrigiert werden? Das ist kaum möglich! Zwar könnten die Länder die Hochschulfinanzierung stärker an die Lehre als an die Forschung knüpfen, aber auch das würde das Problem nicht lösen. Universitäten sind unterschiedlich aufgestellt, und an diesen Unterschieden müssen sich Universitäten auch orientieren. Missstände entstehen vor Ort und müssen vor Ort behoben werden. Dazu ist es nötig, dass wir uns engagieren. Und nicht nur demonstrieren, auch wenn auch das notwendig ist.

Die Studierendenvertretungen müssen aufhören, die Weltrevolution auszurufen, sondern an ihren Unis Missstände nennen und zu ändern. Studiengänge müssen viel mehr durch Studierende akkreditiert werden, und nicht durch irgendwelche Akkreditierungsagenturen. Studiengebühren schrecken vom Studium ab, aber sie sind auch bestes Argument für uns Studierende: Wir sind Kunden und bezahlen für das Studium. Nur wenn wir das begreifen und nicht weiter gegen Windmühlen kämpfen haben wir wirklich eine Chance.

(Artikel im Original auf andreas-helsper.de erschienen)

Erneute Änderung in der Lehrerbildung

// Juli 7th, 2009 // Kommentare deaktiviert // Allgemein

Zwei Jahre nachdem die Bergische Universität Wuppertal die gesamte Lehrerbildung auf das Bachelor/Master-System umstellte kommt nun eine erneute Änderung.

Durch das kürzlich verabschiedete Lehrerausbildungsgesetz (kurz: LABG) erwartet angehende Lehrerinnen & Lehrer bei ihrer Einschreibung in der Uni Wuppertal wieder neue Prüfungsordnungen. Insbesonders Neu-Studierende, welche später an einer Grundschule unterichten möchten, erwartet eine große Umstrukturierung. Sie müssen sich nun im kombinatorischen Bachelor in das Fach “Grundlagen der Germanistik und der Mathematik” einschreiben. Bis zum 15. Juli 2009 haben sich die frischen Abiturienten zu bewerben, der große Krititkpunkt: Die Prüfungsordnung ist nirgends einsehbar! Sehr schade, dass man Bewerber zwingt “die Katze im Sack zu kaufen”.

Das LABG birgt aber auch weiter Probleme. So wird nun zusätzlich zum 6-semestrigen Bachelor, für alle Schulformen, ein 4-semestriger Master of Education vorausgesetzt, welcher von nun an ein 5 Monate dauerndes Schulpraktikum beinhaltet. Dafür soll nun das Referendariat von 24 Monaten schrittweise erst auf 18 Monate & schließlich auf 12 Monate verkürzt werden. Das hier Studierende in Zukunft einen Teil ihres Referendariats im Studium absolvieren müssen & daher einen nicht unerheblichen Verdienstausfall haben werden freut natürlich das Land, hier kann viel Geld gespart werden – zum Nachteil der angehenden LehrerInnen.

Das nun Lehrer immer länger studieren müssen, bevor sie endlich ihrem Beruf nachgehen dürfen, ist ein beängstigender Trend. Wer sich zum Wintersemester 2006 in Wuppertal mit dem Ziel GrundschullehrerIn zu werden, einschrieb hatte eine Regelstudienzeit von 7 Semestern und ein Referendariat von 2 Jahren. Studierende die im Wintersemester 2009 mit dem selben Berufsziel ihr Studium beginnen haben eine Regelstudienzeit von 10 Semestern und ein Referendaritat von 1 bis 1 1/2 Jahren (abhängig davon, wie schnell die Umstellung denn nun voranschreitet). Bei jährlichen Studiengebühren von 1.000,- € stellt dies eine große finanzielle Belastung dar!

Laut Dr. Michael Brinkmeier (Hochschulpolitischer Sprecher der CDU Landtagsfraktion NRW) ist eine Anpassung der Gehälter von angehenden Grund-, Haupt-, & RealschullehrerInnen an die Stufe der GymnasiallehrerInnen geplant, was genau mit den Studierenden des Modellversuchs (die Jahrgänge zwischen WS 07/08 und SS 09) passieren wird, wurde aber nicht deutlich. Überhaupt scheint noch sehr vieles in diesem Bereich unklar & nicht durchdacht!

Beim LABG ist zu begrüßen, dass man nun endlich eine Anpassung an internationale Studiengänge vorgenommen hat. Endlich wurden die Prüfungsordnungen der großen Vorbilder zumindest angesehen. Allerdings wird durch das LABG den Studierenden ein Bachelor präsentiert, der nur noch zu einem Master of Education befähigt, da er viel zu stark an den Lehrerberuf angepasst wurde. Somit muss endlich die Zulassungsbeschränkung im Master aufgehoben werden, das schon vorher dürftige Argument ein Bachelor wäre auch ohne einen Master wertig wird nun endgültig entwertet! Auch muss es im Praxissemester eine Entlohnung für die Studierenden geben, angehende LehrerInnen dürfen nicht noch stärker von der Landesregierung ausgenutzt werden!

Allen angehenden LehrerInnen ist stark zu empfehlen einen Blick ins LABG zu werfen.

Link zum LABG